русский
Germany.ruGroups → Архив Досок→ Deutsch lernt man in ... Jahren nicht.

Почитаем?

17.02.16 18:37
Re: Почитаем?
 
regrem патриот
in Antwort regrem 17.02.16 17:53, Zuletzt geändert 14.03.16 12:25 (regrem)
- 31-

AM FRÜHEN Abend machte ich mich zu ihr auf den Weg, ich dachte daran, dass es der letzte Abend und die letzte Nacht sein würden, ich ging schnell, ich hatte keine Augen mehr für die Umgebung, ich wollte sie sehen, sonst nichts. Während des Gangs spürte ich eine leichte Verzweiflung, das Schwierigste, die Trennung, stand jetzt bevor, ich wusste nicht, wie wir es hinter uns bringen sollten, für so etwas wie einen Abschied hatte ich gar kein Gespür, nicht einmal das Wort konnte ich in Ruhe denken. Durch diese Hilflosigkeit verstärkte sich aber auf dem Weg auch die Trauer, nicht, bitte nicht, sagte ich mir, ich hasste nichts mehr als Trauer oder Melancholie, so ging ich immer schneller, als könnte ich vor den Abschiedsgedanken davonlaufen. Endlich erreichte ich den Platz, wo sie am Abend zuvor mit ihrem Vater gegessen hatte, direkt nebenan musste sie wohnen, ich suchte das Haus und den Eingang, ja, es stimmte, ich läutete, es ist das erste und letzte Mal, dass ich hier läute, dachte ich. Die Tür sprang auf, ich hörte sofort ihre Stimme, komm herauf, ganz nach oben, im Treppenhaus brannte kein Licht, ich tastete mich am Geländer hinauf, sie stand in der Wohnungstür und umarmte mich ohne ein weiteres Wort, mein Gott, dachte ich nur, sie empfindet genauso wie Du.
Sie zog mich in die Räume, hier wohne ich also, sagte sie, geh nur, schau es Dir an, ich tat ihr den Gefallen, es waren drei große, karg möblierte, sehr schöne Räume unter dem Dach, man schaute auf die alte Befestigungsmauer der Stadt und auf die neuen Stadtviertel am Meer, ganz in der Ferne leuchtete das einsame Blau. Sie sagte nichts, sie ging in die Küche, ich hörte, dass sie eine Flasche Wein öffnete, sie rief, hattest Du einen schönen Tag?, einen Moment lang kam es mir so vor, als wäre ich von der Arbeit nach Hause gekommen, als wäre jetzt Feierabend oder als kämen unsere beiden Kinder gleich vom Spielen zurück. Ich antwortete nicht, ich horchte ihrer Frage noch nach, dann kam sie mit der Flasche in der einen und zwei Gläsern in der anderen Hand aus der Küche. Was ist? fragte sie, hattest Du keinen schönen Tag?, ich war am Morgen im Hafen, antwortete ich, ich habe noch etwas gefilmt, am Nachmittag bin ich mit Deinem Vater am Strand spazieren gegangen. Er hat mich danach angerufen, sagte sie, er hat mir erzählt, dass er Dich für den Herbst eingeladen hat. Für den Herbst, ja, sagte ich, im Herbst..., plötzlich wurde ich leiser, meine Stimme war nahe daran, ganz zu ersterben, im Herbst..., nahm ich noch einmal Anlauf, aber es klang rau und schwach, was hast Du? fragte sie, ich räusperte mich und sagte, es ist noch weithin, bis zum Herbst.
Ich möchte Dir einen Vorschlag machen, sagte sie, während ich auf die Stadt schaute, ich will Dir sagen, wie ich es mir bis zum Herbst vorstelle, komm, setz Dich. Wir setzten uns an einen kleinen Tisch, sie stellte die Flasche und die beiden Gläser ab, sie schenkte nicht ein, sie zögerte, dann sagte sie, ich nehme mir Ende kommender Woche Urlaub für einen Monat, ich komme zu Dir nach München. Es war vollkommen still, auf diesen Satz hatte ich Tage gewartet, ich wiederholte ihn langsam im stillen, ich nehme mir Urlaub, für einen Monat, schon kommende Woche, wie einer, der nicht verstanden hatte, ging ich ihn durch, ich schluckte, ich schaute sie an, ich konnte nichts sagen, es war, als hätte dieser Satz eine lähmende Wirkung. Ich sah, wie sie meine Hand nahm, sie nahm meine rechte Hand und legte sie auf ihre Rechte, es erinnerte an den frühen Morgen im Café neben meinem Hotel, ist das Dein Ernst? fragte ich, Du wirst in zehn Tagen in München sein? Ich habe mich informiert, sagte sie, der Zug kommt Freitagabend an, Du meinst den Freitagabend kommender Woche? fragte ich, ja, sagte sie und lachte plötzlich, ich meine den Freitagabend kommender Woche.
Ich schaute noch einmal aus dem Fenster, der Freitagabend kommender Woche in München, dachte ich, ich werde den ganzen Nachmittag unterwegs sein und einkaufen, ich werde alles nach Hause schleppen, ich werde ausgehen und ungeduldig ein großes Bier irgendwo trinken, gegen Zwanzig Uhr werde ich die Osteria italiana betreten und dort, genau dort, auf sie warten, ich werde Kalbsnieren bestellen, Kalbmieren oder andere Innereien, ich werde die Zeitung lesen und das erste Glas Wein trinken, auf die Uhr werde ich schauen und mit den Fingern das Glas sauberstreichen, ich werde auf den Moment warten, bis die Tür sich öffnet, mit dem Rücken zur Tür werde ich sitzen ..., ich griff nach der bereitstehenden Flasche, ich nahm sie ganz selbstverständlich, ich darf doch einschenken? fragte ich, ich habe sie dorthin gestellt, damit Du einschenkst, sagte sie. Ich habe mir unseren Abschied schon ganz finster vorgestellt, sagte ich, jetzt bin ich erleichtert, ja, antwortete sie, mir geht es auch so, dieser kleine Abschied ist jetzt leicht zu verschmerzen, lass uns an nächste Woche denken, das wird uns helfen, lass uns diesen Abend genießen und morgen sehr früh auseinandergehen, als wäre diese Trennung nicht von großer Bedeutung, bitte versteh, wenn ich Dich nicht zum Bahnhof begleite, ich möchte den Zug nicht abfahren sehen, ich möchte nicht winken und mich nicht allein auf den Heimweg machen, das alles möchte ich nicht, ich möchte an den kommenden Tagen auch nicht mit Dir telefonieren, telefonieren ist grausam und peinlich, telefonieren ist nicht das Richtige für die Liebe, ich habe noch nie gerne telefoniert, ich hasse es, sag mir lieber, wo wir uns treffen am Freitag kommender Woche in München, lass uns Ort und Zeit genau bestimmen, bis dahin aber lass uns abwarten und schweigen.
Ich schenkte ein, dann sagte ich, wir treffen uns am Freitag kommender Woche gegen Einundzwanzig Uhr in der Osteria italiana in München, Osteria italiana? fragte sie, als machte ich einen Scherz, ja, sagte ich, so heißt es wirklich, es passt, nicht wahr, es passt doch genau, gut, sagte sie, so machen wir es, so wird es gehen, so ist dieser Abschied doch zu ertragen. Wir stießen an, wir nahmen einen Schluck, es gibt, sagte ich, aber noch ein letztes, kleines Problem, das ist diese Wohnung und dieses Sitzen zu zweit, wenn wir nämlich hier den Abend verbringen, werden wir früher oder später doch melancholisch, ich spüre schon die Melancholie, wie sie einen in diesen Räumen befällt, wie sie sich anschleicht und die Räume auskühlt, ja, sagte sie, Du hast Recht, ich habe es auch schon befürchtet, wir sollten nicht den ganzen Abend hier bleiben, sondern ausgehen, lass uns essen gehen, lass uns dorthin gehen, wo es Dir am besten gefallen hat, sag schnell, wo das war, überlege nicht lange, es war dort, wo wir mit Gianni Alberti zu Mittag gegessen haben, sagte ich, wo er frühzeitig verschwand und wir dann eine Fischsuppe bestellten, diese Fischsuppe würde ich gerne noch einmal essen, dann tun wir es doch, sagte sie, dann gehen wir dorthin, essen Fischsuppe und denken insgeheim fest an den Freitag kommender Woche in München.
Wir warteten noch, bis wir das Glas Wein leer getrunken hatten, ich erzählte ihr solange vom Spaziergang mit ihrem Vater am Strand und von den Theorien, die wir entworfen hatten, ja, sagte sie, so kenne ich ihn seit der Kindheit, schon damals fragte er immer, wie erklärst Du Dir das?, es kam nicht darauf an, etwas genau zu wissen, die Erklärung musste nur verblüffend und in sich stimmig erscheinen, dann lachte er und hatte daran sein Vergnügen, später nannten wir es die Diagnose, als junges Mädchen ging ich oft mit ihm spazieren, er blieb stehen, schaute sich etwas an und fragte dann, welche Diagnose ist hier denn zu stellen?, natürlich war das alles ein Spiel, mein Vater hasst eben die Langeweile und vor allem den Alltag, er hasst platte Gespräche und alle Formen der üblichen Unterhaltung, lieber schweigt er und sagt überhaupt nichts, im Grunde hat er mit mir immer in derselben humorvollen Weise gesprochen, als wäre er der Impresario eines Theaters.
Es dunkelte, als wir uns auf den Weg machten, wir liefen sehr schnell einige Treppen hinab in die Stadt, ich spürte die Erleichterung physisch, ich fühlte mich befreit, es schien nichts Störendes oder Irritierendes mehr zu geben, mit einem einzigen Satz hatte sie mich von all meinen Grübeleien erlöst. Wir gingen nicht durch das Zentrum, sondern durch ruhige, beinahe ausgestorbene Straßen, aus den geöffneten Fenstern drangen die Stimmen der Nachrichtensprecher, kaum ein Mensch war unterwegs, wir gingen hintereinander auf den schmalen Bürgersteigen dicht an den Häuserwänden entlang, die meisten Bars waren bereits geschlossen, eine stickige Schwüle hielt sich noch in den Straßen.
Wir erreichten den Hafen, dann sah ich plötzlich das blaue Schild des Lokals in einer dunklen, schmalen Gasse aufleuchten, da ist es, sagte sie, allein hätte ich es niemals gefunden, so versteckt liegt es, antwortete ich. Wir gingen hinein, das Lokal hatte nur wenige Gäste, sie saßen in großer Entfernung zu zweit oder zu dritt an den kleinen, weiß gedeckten Tischen, der Kellner kam auf uns zu, er lächelte, er schien sich zu erinnern, guten Abend, Dottoressa, sagte er, heute Abend zu zweit?, ja, antwortete sie, heute Abend zu zweit, wir erwarten niemanden mehr. Er ging uns voraus, ganz selbstverständlich führte er uns an den Ecktisch, an dem wir vor einigen Tagen bereits gesessen hatten, darf ich die übliche Flasche Wein gleich servieren? fragte er, ja, antwortete sie, servieren Sie uns gleich eine sehr gute Flasche, wir haben etwas zu feiern.
Wir setzten uns, einen Moment erinnerte ich mich an Gianni Alberti und seinen Auftritt in diesem Lokal, was ist wohl in dieser Woche mit ihm passiert?, dachte ich, welche Geschichte hat er in dieser Woche erlebt? Ich schaute mich um, ich hätte mich nicht gewundert, ihn an einem der anderen Tische zu entdecken, dann aber sagte ich mir, nein, er ist nirgends, nirgends droht noch Gefahr, damit hat es ein Ende, Gianni Alberti ist endgültig aus dem Spiel, es lohnt nicht einmal mehr, Franca nach ihm zu fragen, es wäre ein Sprung zurück, in eine Geschichte von gestern.
Hast Du Dich damals eigentlich nicht gewundert, wie forsch ich bestellte? fragte sie, doch, sagte ich, es war mir nicht ganz geheuer, ich schaute Dir zu, ich dachte, lass sie nur machen, ich bewunderte Dein Tempo und die Bestimmtheit, mit der Du über einen verfügtest. Ja, sagte sie, ich war auf Deine Reaktionen gespannt, ich mache es meist so, wenn ich eingeladen werde, ich stelle die Regeln einfach auf den Kopf, ich nehme den Männern das Heft aus der Hand und warte, was dann geschieht. Und was geschieht? fragte ich, sie entziehen sich meist, antwortete sie, sie trinken nicht richtig, sie tun so, als schmeckte es ihnen nicht, sie zeigen einem diskret, dass sie es besser oder anders gemacht hätten. Und ich? fragte ich, wie war es in meinem Fall? Ich glaube, Du hast Dich gefreut, sagte sie, so etwas, dachte ich jedenfalls, habe ich noch nie erlebt, ein Mann, der sich freut, war mir absolut neu. Aber es stimmt, sagte ich, ich habe mich wirklich gefreut, durch Dein rasches Bestellen gerieten wir so gut in Schwung und in Fahrt, nur Gianni Alberti ..., bitte, sagte sie, sprich jetzt weiter, bitte lass uns auch mit diesem Namen ganz normal umgehen, nur Gianni Albertis Erscheinen, fuhr ich fort, lahmte uns dann, erst als er verschwunden war, ja, erst als er verschwunden war, fällt mir jetzt auf ..., was ist passiert, als er verschwunden war? fragte sie, erst als er verschwunden war, kam plötzlich der Moment, in dem ich dachte, ich habe mich gerade verliebt. Gab es das? fragte sie, gab es das wirklich, einen ganz bestimmten Moment? Ja, sagte ich, ich weiß es noch genau, Du sagtest Es ist schön hier mit Ihnen, genau das war der Moment, es ist schön hier mit Ihnen hörte ich und hatte das Gefühl, als öffnete sich irgendwo eine kleine, winzige Tür, sie sprang plötzlich auf, und ich stand auch schon auf der anderen Seite, es war ein Sprung, Zauberei, ich konnte nicht mehr zurück. Seltsam, antwortete sie, auch bei mir begann es genau in diesem Moment, es ist schön hier, nicht wahr? wollte ich fragen, dann rutschte mir der Satz aber aus, und ich sagte, es ist schön hier mit Ihnen, einen Moment war ich sehr irritiert, ich saß da, als hätte ich einen furchtbaren, peinlichen Fehler begangen, doch dann dachte ich, was schämst Du Dich jetzt, es stimmt doch, es ist schön, hier mit ihm zu sitzen.
Nehmen Sie wieder die Fischsuppe? fragte der Kellner, ja, sagte sie, zweimal die Fischsuppe, nichts vorher, nichts nachher, Fischsuppe und Wein, das genügt, er lächelte, er schien das Spiel gut zu kennen, ohne noch ein Wort zu sagen, räumte er das Besteck ab und ließ nur einen Löffel und für jeden von uns zwei Gläser zurück. Als er verschwunden war, sagte sie, wir sitzen zu weit voneinander entfernt, können wir nicht enger beisammensitzen, geht es nicht ganz eng nebeneinander, an einer Seite des Tisches anstatt so wie jetzt übers Eck? Bitte sehr, sagte ich und stand auf, ich nahm meinen Stuhl und setzte mich dicht neben sie, jetzt sitzen wir dicht nebeneinander und schauen wie ein altes Paar zusammen aufs Meer, sagte ich, noch dichter, sagte sie, noch viel dichter, kümmern wir uns nicht um die anderen Gäste, es geht sie nichts an.
Der Kellner servierte den Wein, ist Ihnen kühl, Dottoressa? fragte er, ja, antwortete sie, mich fröstelt ein wenig, vom Meer her weht eine leichte Brise, er lächelte wieder, dann schenkte er ein, es ist nicht der gute, es ist der sehr gute Wein, Dottoressa, sagte er nur, was geht da vor? fragte ich, was ist mit dem guten und dem sehr guten Wein? Gino und ich, wir benutzen manchmal eine Geheimsprache, sagte sie, wenn ich im Namen des Instituts Gäste zum Essen einlade, verständigen wir uns mit ihren fünf, sechs Begriffen, ich sage zum Beispiel, Gino, trinken wir noch eine Flasche, dann weiß er genau, welche ich will, oder ich sage, trinken wir noch eine gute Flasche, dann bringt er eine bessere. Ich hoffe, der sehr gute stellt das Maximum dar? fragte ich, der sehr gute wurde bisher nur ein einziges Mal getrunken, antwortete sie, mein Vater hat ihn bestellt, als er hier einmal mit mir seinen Geburtstag feierte.
Wir tranken, wir hielten uns an den Händen und schauten aufs Meer, jetzt, dachte ich, ist das Zeitgefühl da, jetzt spürst Du die Zeit, die letzte Woche, sie ist Dir in allen Momenten wie eine Geschichte sehr deutlich präsent, Du könntest sie jetzt auch erzählen, erst jetzt, wo die Hindernisse aus dem Weg geräumt scheinen, liegt sie vor Dir, und Du bist ihr gegenüber frei. Was ist? fragte sie, woran denkst Du?, ich lehnte mich zurück und begann zu erzählen, ich spürte die belebende Wirkung des Weins, es war wie am ersten Mittag kurz nach meiner Ankunft, ich erzählte von Carlo und seiner Begrüßung, sie lehnte sich an mich, ich legte meinen rechten Arm um ihre Schulter, wir saßen in einem großen, gewaltigen Kino, das Meer war die Leinwand, wir schauten uns die Rohfassung eines gerade fertiggestellten Films an, die Bilder der letzten Tage reihten sich aneinander, wir hielten sie an, wir spulten vor und zurück ..., bis Gino, der Kellner, die Fischsuppe brachte. Ich konnte mich nicht beherrschen, ich kostete sie gleich, es ist alles darin, dachte ich, es ist der Sud all dieser Tage, es ist, als hätten wir die ganze Zeit mit der Herstellung einer solchen Suppe verbracht. Hör nicht auf zu erzählen, sagte sie, bitte hör jetzt nicht auf, nein, sagte ich, ich höre nicht auf, ich erzähle weiter, es ist die Freiheit, dachte ich, die gerade gewonnene Freiheit ist der Grund für diese Erzähl-Lust, jetzt kommt die ganze Geschichte erst an in unseren Köpfen, langsam erwachen wir aus dem Taumel, die Angst stiehlt sich fort, Gianm Alberti ist nur noch ein Name, jetzt feiert die Liebe sich selbst, jetzt ist sie reine Verausgabung und schönste Verschwendung, sie hat nichts mehr zu tun mit Anderem, Fremdem, sie erfüllt sich, ja, in diesen Stunden erfüllt sich wahrhaftig das Glück.
Kurz nach Mitternacht verließen wir das Lokal, komm, sagte sie, gehen wir noch einmal ans Meer, wir gingen die schmale Gasse entlang und bogen in einen dunklen Korridor ein, der zwischen den Hafenwerkstätten zum Meer führte. Es roch stark nach Benzin und nach Öl, wir gelangten an die Kaimauer, sie drehte sich zu mir, ich zog sie eng an mich heran, dann spürte ich, wie ihre Hände unter mein Hemd glitten, es war eine blitzartige, direkte Bewegung, wie die eines Fisches, der aus dem Hellen ins Dunkel schnellt, ich hielt still, ich spürte ihre Hände auf meiner Haut, dann ertastete auch ich ihre Haut mit meinen Händen, ich ging auf die Jagd nach dem Fisch, ich begann, ihn zu suchen, er leuchtete, tauchte unter, tauchte auf in der Schwärze des Meeres, in der Tiefe der Nacht.

 

Sprung zu